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2011 2010 2009 2008 2007
und früher
Veranstaltungsreihe
"Die Zukunft der Politikwissenschaft", Okt. - Dez. 2007,
Wien/Innsbruck
3-Länder-Tagung
von ÖGPW-SVPW-DVPW zum Thema "Politik und Persönlichkeit",
30. Nov. - 2. Dez. 2006, Wien
Conference:
Transatlantic Discord. Combating Terrorism and Proliferation, Preventing
Crises, 1-2 December 2005, Vienna
Methodenworkshop,
5-10 September 2005, Wien
ÖGPW-Tagung: Repräsentation und
Verfassung. Zur Legitimität und Effektivität der Reformkonvente
in Österreich und in der Europäischen Union, 10 Dezember
2004, Wien
Graduiertenkonferenz:
Neue Impulse für die Politikwissenschaft in Österreich,
13-15 Mai 2004, Wien

Veranstaltungsreihe
"Die Zukunft der Politikwissenschaft"
Zusammenfassung (pdf)
Die Veranstaltungsreihe „Die
Zukunft der Politikwissenschaft“ umfasst vier Round-Table-Gespräche
mit max. 5 PanelteilnehmerInnen und einer ModeratorIn. Ziel ist
es, die verschiedenen Umstrukturierungsmaßnahmen im Rahmen
von „Bologna“ zu thematisieren und die Auswirkungen
auf die Politikwissenschaft aufzuzeigen. Das Thema soll mit verschiedenen
Zielgruppen aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert werden:
4. Round-Table-Gespräch:
Politikwissenschaft und politische Bildung: PolitologInnen
in die Schulen?
Mit der Senkung des aktiven Wahlalters von 18 auf 16 Jahre im Juni
2007 wurde Österreich zum "Europa-Pionier". Zugleich
rückte damit das Thema der politischen Bildung in den Schulen
erneut in den Mittelpunkt des Interesses.
Im Zentrum der Podiumsdiskussion stehen die Fragen:
· Stellenwert der politischen Bildung in den Schulen?
· Weiterentwicklung der LehrerInnenausbildung (Didaktik)?
· Erwachsenenbildung und politische Bildung als Arbeitsfeld
für PolitologInnen?
· Vorbild: politische Bildungszentrale in Deutschland?
Dieser und anderen Fragen soll mit VertreterInnen und Verantwortlichen
der österreichischer Bildungspolitik sowie Experten bei einem
Round Table Gespräch nachgegangen werden.
TeilnehmerInnen:
· Prof. Peter Filzmaier (Donau-Universität Krems)
· Mag. Matthias Hofer (gf. Bundesobmann der AHS-Lehrer im
ÖAAB)
· Prof. Wolfgang Sander (Universität Giessen)
· Mag. Manfred Wirtitsch (bmukk)
· Martin Schneider (Bundesschulsprecher)
Moderation: Louise Beltzung (Der Standard)
Ort: Veranstaltungszentrum des Dokumentationsarchivs des österreichischen
Widerstandes (DÖW), Altes Rathaus, Wipplingerstraße 6-8
(Eingang im Hof), 1010 Wien
Zeitpunkt: 13. Dezember 2007, 19.00 - 21.00 Uhr
3. Round-Table-Gespräch:
Politikwissenschaft nach Bologna – Herausforderungen,
Probleme, Chancen
Politikwissenschaftliche Vereinigungen, wie die ÖGPW, müssen
sich die Frage nach der „Zukunft der Politkwissenschaft“
immer wieder neu stellen.
Im Zentrum der Podiumsdiskussion stehen die Fragen:
· Wie und in welchen Kontexten bzw. Feldern wird Politikwissenschaft
wahrgenommen? Welche Schritte wären für eine stärkere
Verankerung wünschenswert?
· Worauf wird bzw. sollte die Politikwissenschaft –
im Zuge der Harmonisierung von Higher Education in Europa –
verstärkt ihr Engagement und ihre Ressourcen konzentrieren:
BA, MA und/oder PhD? Wie kann in diesem Kontext eine verstärkte
Internationalisierung gelingen?
· Was ist/könnte die Rolle von politikwissenschaftlichen
Vereinigungen in diesem Prozess der Internationalisierung sein?
TeilnehmerInnen:
· Prof. Dr. Rainer Bauböck (European University Institute
– EUI, Florenz)
· Prof. Dr. Ulrich Brand (Universität Wien)
· Prof. Dr. Anton Pelinka (Central European University –
CEU, Budapest)
· Mag. Dr. Helga Pülzl (Universität Salzburg)
Moderation: Prof. Dr. Sieglinde Rosenberger (Universität Wien)
Ort: Institut für Höhere Studien (IHS), Stumpergasse
56, 1060 Wien, HS II
Zeitpunkt: Freitag 30. November 2007, 18.00 – 20.00 Uhr, anschl.
Buffet

© OeGPW 2007
v.l.n.r Brand, Pelinka, Rosenberger, Pülzl, Bauböck
2. Round-Table-Gespräch:
BA und MA AbsolventInnen am Arbeitsmarkt
Neue Titel – weniger Chancen?
Die ersten Bachelors verlassen bereits die Universitäten –
auch in Österreich. Mit diesem Wintersemester gehen die Universitäten
fast vollständig zur Bologna-Studienarchitektur über mit
bisher ungewohnt klingenden Titeln wie Master oder Bachelor.
Studierende interessieren sich aber vor allem für die Jobaussichten
nach ihrem Studium.
· Was sind die neuen Titel auf dem Arbeitsmarkt wert?
· Haben sich die Arbeitgeber bereits Gedanken über die
„Employability“ von Bachelors gemacht?
· Welche Anforderungen haben die Arbeitgeber an die AbsolventInnen?
· Wie können Studierende ihre Jobaussichten steigern?
Dieser und anderen Fragen soll mit Vertretern von potenziellen
Arbeitgebern und der Universität bei einem Round Table Gespräch
nachgegangen werden.
TeilnehmerInnen:
· Mag. Anita Glaser-Marinell, Duftner & Partner, Unternehmungsberatung
und Personalmanagement
· Claus Reitan, Chefredakteur der Zeitung Österreich
· Dr. Doris Winkler-Hofer, Amt der Tiroler Landesregierung,
Abt. Verwaltungsorganisation und Personalmanagement
· Dr. Bernhard Natter, Institut für Politikwissenschaft,
LFU Innsbruck
· Martina Geiger, Vorsitzende der FStV/StV Politikwissenschaft
und Soziologie
Eröffnung für die ÖGPW: MMag. Kathrin Stainer-Hämmerle
Moderation: Peter Plaikner, plaiknerpublic medienarbeit, Medienberatung
und Kommunikationsstrategien
Ort: SOWI Innsbruck, Universitätsstraße 15, HS I
Zeitpunkt: Donnerstag 15. November 2007, 20.00 – 22.00 Uhr

1. Round-Table-Gespräch:
Innsbruck-Salzburg-Wien und die Umstellung auf den Bologna
Prozess
Im Zentrum des Gespräches stehen die Fragen:
· Welche Schwerpunkte setzen die Universitäten/Institute?
· Welche Profilbildung? (Panoptikum der Möglichkeiten)
· Wie weit ist eine Koordination zwischen den Universitäten/Instituten
notwendig?
· Wann kommt die Reform der Reform?
· Sind Zugangsbeschränkungen absehbar?
Teilnehmer:
· Ao.Univ. Prof. Mag. Dr. Erna M. Appelt (Universität
Innsbruck)
· Univ.-Doz. Dr. Johann Dvorák (Universität Wien)
· Dr. Franz Kok (Universität Salzburg)
· Mag. Matthias Falter (Universität Wien)
· Dr. Helmut Breitmeier (TU Darmstadt)
Eröffnung für die ÖGPW: Mag. Patrick Scherhaufer
Moderation: Mag. Christine M. Klapeer
Ort: Universität Wien, NIG, Universitätsstraße
7, 1010 Wien, HS III (Erdgeschoss)
Zeitpunkt: Freitag 19. Oktober 2007, 16.00 – 18.00 Uhr

© OeGPW 2007
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Renner
Institut.

Zusammenfassung (pdf)
Fördergeber:
und


3-Länder-Tagung
ÖGPW – SVPW – DVPW
"Politik und Persönlichket"
30. Nov. – 2. Dez.2006 in Wien
http://www.oegpw.at/tagung06/
Gegenwärtige Diagnosen des Verhältnisses
von Handlungsmacht und struktureller Macht stellen Verschiebungen
in den Auffassungen von Handlungs- oder Gestaltungsmöglichkeiten
politischer Akteure fest. Dieses Spannungsverhältnis ist bei
der Drei-Länder-Tagung in Wien unter anderem anhand folgender
Fragestellungen erörtert worden:
Welche Theorien können die Rolle von Persönlichkeiten
und die Tendenz der Personalisierung in der Politik erklären?
Inwieweit konstituiert sich Persönlichkeit an den Schnittstellen
von Öffentlichkeit/Privatheit und Individuum/Kollektiv? Wie
und inwieweit beeinflussen politisch-institutionelle Kontexte in
der Mediendemokratie das Verhalten politischer Akteure beziehungsweise
umgekehrt? Ist Personalisierung eine Bedingung für politisches
Interesse und politische Kommunikation? Wie relevant ist „Political
Leadership“ für gegenwärtige Entwicklungsprozesse?
Sind Akteure oder Strukturen die entscheidende Determinante internationaler
Politik? Was ist der Einfluss von Akteuren bei „policy-broking“
und „policy-mediation“ Prozessen?
7 Arbeitskreis zu je 3 Panels haben sich mit dem Generalthema "Politik
und Persönlichkeit" auseinandergesetzt.

© OeGPW 2006
v.l.n.r. Armingeon, Nölke, Melchior, Wolf, Wicha, Kok
Einen Paperroom und alle Infos zur Tagung finden Sie unter http://www.oegpw.at/tagung06/.
Im Anschluss an die Tagung wurden ausgewählte
Konferenzbeiträge überarbeitet und im folgenden Sammelband
veröffentlicht:
"Politik und Persönlichkeit"
Hg. Pollak Johannes, Sager Fritz, Sarcinelli Ulrich, Zimmer Annette
Die
Gestaltungsmöglichkeiten politischer Akteure im Spannungsfeld
von Handlungsmacht und struktureller Macht sind das zentrale Thema
dieses Buches. Aus den verschiedenen Perspektiven der Politikwissenschaft
und benachbarter Disziplinen wie Soziologie, Psychologie, Philosophie
sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften wird der Frage nachgegangen:
„Prägt das Amt die Person oder die Person das Amt?“
Anhand von konkreten Fallbeispielen werden die Ursachen der stark
zunehmenden Personalisierung von Politik aufgezeigt.
facultas.wuv, 2008, 304 Seiten, broschiert
ISBN 9783708901053, EUR 25,60 / sFr 44,-
Inhaltsverzeichnis (PDF)
Bestellmöglichkeit!
Buchbesprechung

Transatlantic
Discord
Combating Terrorism and Proliferation, Preventing Crises
Conference of the Austrian Political Science Association
Vienna, 1 to 2 December 2005
Location: Sala Terrena der Landesverteidigungsakademie,
Stiftgasse 2a, 1070 Wien
At the beginning of the 21st century it has become increasingly
evident that the transatlantic relationship, which had been held
together by the Soviet threat for almost five decades, is characterized
by dissent rather than harmony. The actual rift between the USA
and Europe was repeatedly highlighted by controversies which evolved
around incidents like the unilateral withdrawal from the ABM Treaty,
the decision to deploy a ballistic missile defense system, or the
refusal to ratify the Kyoto Protocol and the Comprehensive Test
Ban Treaty. Tensions eventually reached a climax in the run-up to
the intervention in Iraq with French and German opposition to join
forces with the coalition of the willing against Saddam Hussein
and Donald Rumsfeld’s coining of the division between old
and new Europe.
Overall, the field of security and defense policy is a major, if
not the main source of severe and recurring disputes in transatlantic
relations. Although the National Security Strategy of the United
States (2002) and the European Security Strategy (2003) share some
common ground regarding the identification of terrorism, the proliferation
of weapons of mass destruction, and regional destabilization as
main threats to their security, there are profound disagreements
about how to avert and combat these threats. Cleavages include the
legitimacy of unilateral actions or ad-hoc coalitions versus multilateral
actions under the authority of the Security Council, or preventive
versus preemptive use of force.
Focusing on the combat against terrorism, efforts against the proliferation
of sensitive technologies, and crisis prevention, the conference
covers three subjects of disagreement, which have had a considerable
impact on the relationship between the USA and Europe. In order
to give a well-balanced and comprehensive insight on these areas,
the conference aims at bringing together experts from both sides
of the Atlantic. This set of experts will analyze the respective
positions, strategies, and measures, their causes and possible consequences
on the future state of the transatlantic community.
The conference will be opened by two keynote speakers giving a
fundamental and probably controversial impression of the U.S.-American
and European point of view. The keynote speeches will be followed
by three panels covering the management of existing and suspected
threats, as well as the prevention of future threats:
· Counter- and Non-Proliferation
This initial panel discusses the field of proliferation, as well
as ways and means (treaties, regimes, intervention) of encountering
this growing global threat.
· Counter-Terrorism
The second panel focuses on concepts and strategies in the combat
against terrorism (‘war against global terrorism’ versus
‘global war against terrorism’) and its legal and geopolitical
implications.
· Crisis Prevention
This last panel will elaborate and analyze different approaches
of the USA and Europe towards the prevention of crises and their
implications on global security management.

Methodenworkshop,
5.-10. September 2005
Die Graduiertensektion der Österreichischen
Gesellschaft für Politikwissenschaft (ÖGPW), Powi04, veranstaltete
vom 5-10 September 2005 einen Methodenworkshop.
Nähere Infos unter http://www.oegpw.at/powi04/workshop/
Als Erkennntis nach einem Studium der
Politikwissenschaft, Ergebnis der ersten Graduiertenkonferenz im
Mai 2004 und Erfahrung fast aller in Österreich promovierender
PolitologInnen kann behauptet werden: Die Ausbildung in den Werkzeugen
sozialwissenschaftlicher Analyse lässt hierzulande viele Wünsche
offen! Einige davon haben wir uns selbst auf eine lange Liste geschrieben
und mit Unterstützung der ÖGPW und des BMBWK (Abt. Gesellschaftswissenschaften)
wahr werden lassen können:
Bei einer intensiven Sommerwoche haben 30 Doktoratsstudierende
aus unterschiedlichen Ländern gemeinsam methodisch und methodologisch
an ihren Projekten arbeiten können, und das mit professioneller
Unterstützung namhafter SozialwissenschafterInnen, die wir
für unser Projekt gewinnen konnten.

© OeGPW 2005
An vier thematisch fokussierten Arbeitstagen haben die TeilnehmerInnen
ihre Projekte präsentiert und mit den Vortragenden weitere
Vorgangsweisen erarbeitet bzw. Herausforderungen diskutiert:
· Dienstag: Schwerpunkttag Diskursanalyse mit Chantal Mouffe
(Uni Westminster)
· Mittwoch: Schwerpunkttag Quantitative Methoden mit Carsten
Schneider (Central European University, Budapest)
· Donnerstag: Schwerpunkttag Qualitative Methoden/Interview/Ethnografie
mit Manfred Lueger (WU Wien)
· Freitag: Schwerpunkttag Feministische Ansätze mit
Regina-Maria Dackweiler (FH Bielefeld)
Den Abschluss am Samstag bildeten parallele Praxiseinheiten mit
Vertreter/innen aus Forschungsprojekten: Zuzana Kiczkova/Comenius
Universität Bratislava – Projekt „Frauengedächtnis“
(interpretative Analyse) und Nikola Langreiter/Arbeitsgruppe Historische
Anthropologie, Wien (qualitative Interviews) sowie ein zusammenfassendes
Panel.
Wir bedanken uns bei allen die aktiv beim Methodenworkshop
teilgenommen haben!
Der Methodenworkshop wurde unterstützt von:

Kontakt:
http://www.oegpw.at/powi04/
powi04.politikwissenschaft@univie.ac.at

ÖGPW-Tagung
„Repräsentation und Verfassung. Zur Legitimität
und Effektivität der Reformkonvente in Österreich und
in der Europäischen Union”
10. Dezember 2004
Institut für Höhere Studien, Wien
Einzelne
Konferenzbeiträge wurden im Heft 3 / 2005 der Österreichischen
Zeitschrift für Politikwissenschaft (ÖZP) publiziert.
Die Legitimität demokratischen Regierens ist
eine Funktion seiner Repräsentativität. Politische Entscheidungen
werden durch den Verweis auf den repräsentativen Charakter
der am Entscheidungsprozess beteiligten Institutionen und Personen
gerechtfertigt. Die elementaren Anforderungen an eine Theorie der
Repräsentation können in drei Fragen gefasst werden: (1)
Wer wird repräsentiert (Individuen, Klassen, Gruppen) und wer
repräsentiert (gewählte Politiker, Bürokraten, nominierte
Sprecher)?, (2) Was wird repräsentiert (Interessen, die Nation,
eine ideelle Einheit oder eine ideé directrice)?, (3) Wie
wird repräsentiert (imperatives versus freies Mandat)? Jede
dieser Fragen wirft eine schier unüberschaubare Fülle
von neuen Fragen und Problemen auf.
Der Begriff der politischen Repräsentation hat seit dem europäischen
Spätmittelalter zwei fundamentale Wandlungen erfahren: Von
der päpstlichen und monarchischen Repräsentation zur Repräsentation
der Nation in legislativen Versammlungen. Und von der Einheit der
Nation zur Pluralität der Interessen. Angesichts des gegenwärtigen
sozio-politischen Wandels westeuropäischer Gesellschaften und
des Prozesses der europäischen Integration ist zu fragen, ob
wir nicht vor einer neuerlichen, dritten Transformation stehen:
von der repräsentativen Demokratie parlamentarischen Zuschnitts
zu einer wachsenden Vielfalt repräsentativer Foren, einer Diffusion
der politischen Macht und einer Konzentration auf die Bewertung
des politischen Ertrags. Was bedeutet dieser Umbruch aber für
unser Verständnis von Demokratie?
Die Professionalisierung der Politik, die Technisierung des Inhaltes
lassen nur mehr Experten als Beteiligte zu – der Bürger
wird zum Schiedsrichter des Outputs. Eine Rolle, die angesichts
der diagnostizierten Politikverdrossenheit manchen durchaus angemessen
erscheint und die Theorie Schumpeters bestätigt, dass Demokratie
nichts anderes sei als die Rotation herrschender Eliten. Pluralisierung,
Individualisierung und die schwindende Gemeinwohlorientierung werden
als Ursachen für das mangelnde Interesse an der Politik genannt.
Abgesehen von der Tatsache, dass eine Betonung der ethischen Voraussetzungen
demokratischer Politik (im Sinne der aktiven Teil- und Rücksichtnahme)
auf reflexhafte Abwehr stößt, die einerseits durch enttäuschende
Leistungen der Politik, anderseits durch die Angst vor Tugendterror
und der Beschneidung individueller Freiheitsrechte gespeist wird,
ist zu fragen, ob unsere politischen Institutionen stärkeren
demokratischen Input überhaupt zulassen oder verkraften könnten.
Die Frage der Repräsentativität demokratischer Entscheidungen
wird besonders dann akut, wenn es um die Ausarbeitung oder Gesamtreform
von Verfassungen geht. Wie repräsentativ sind jene Konvente,
welche die Regeln zweiter Ordnung ausarbeiten, d.h. die Grenzen
staatlicher Macht und die Gewaltenteilung zwischen jenen Institutionen
definieren, welche kollektiv bindende Entscheidungen treffen? Hängt
die Legitimität und Effektivität von Verfassungskonventen
von ihrer Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit und
von ihrer Inklusivität in der Berücksichtigung gesellschaftlicher
Interessen ab? Die Tagung wird diese Fragen am Beispiel der jüngsten
europäischen und österreichischen Reformkonvente diskutieren.
Konfernezprogramm
8:30 Registrierung
9:00 Begrüßung
9:10–10:40 Panel 1: Repräsentation und
Demokratie
Demokratie wird im allgemeinen mit repräsentativer Demokratie
gleichgesetzt. Ein Blick in die Genese des Repräsentationsbegriffs
macht jedoch deutlich, dass er seine wesentlichen liberalen Charakteristika
und ideologischen Aufladungen den Verfassungskämpfen des 19.
Jahrhunderts verdankt und in seinen Ursprüngen v.a. der Abwehr
demokratischer Forderungen diente. Ist die Repräsentationstheorie
seit dieser Zeit in „doktrinäre Erstarrung” verfallen
und zwängt sie zeitgenössische liberale Demokratie in
ein „Prokrustesbett” (Heinz Rausch)? Moderne, ausdifferenzierte
Gesellschaften oszillieren zwischen der Forderung nach mehr Demokratie
in den kollektiv bindenden Entscheidungen und nach größerer
Effizienz in der Produktion öffentlicher Güter. Welche
Balance ist notwendig? Können neue Formen der Repräsentation
diesen Gegensatz überbrücken?
Johannes Pollak „Zum Begriff der Repräsentation in der
politischen Ideengeschichte”
John Erik Fossum “The Constitution’s Gift? A deliberative
democratic analysis of constitution-making in the European Union”
(title to be modified)
Max Haller “The European Elections 2004. An example for the
increasing split between elites and citizens in the European Union”
10:40–11:00 Kaffeepause
11:00–12:45 Panel 2: Die Konventsmethode: Zur
Effektivität und Legitimität von Verfassungskonventen
In den letzten Jahren hat die Europäische Union zweimal einen
Konvent einberufen: 1999 zur Formulierung der Grundrechtscharta
und 2001 zur Ausarbeitung des Verfassungsvertrags. Signalisiert
diese institutionelle Innovation das Eingeständnis des Scheiterns
der zwischenstaatlichen Regierungskonferenzen an der Aufgabe, der
Union eine neue Verfassung zu geben? In Österreich wurde nach
zahlreichen fehlgeschlagenen Versuchen, eine grundlegende Reform
der Bundesverfassung in Kommissionen auszuarbeiten, im Jahr 2003
ein Konvent mit dieser Aufgabe betraut. Widerlegen diese Entwicklungen
die These, dass es eines historischen Verfassungsmoments bedarf,
um ausreichende Legitimität und Effektivität für
Konvente zu sichern? Welche Blockierungen in der Entscheidungsfähigkeit
des politischen Systems können durch Konvente überwunden
werden? Um sicherzustellen, dass alle Teile der Gesellschaft ihre
Interessen in die Erstellung eines gemeinsamen Regelwerks einbringen
können, ist die Zusammensetzung von Konventen von entscheidender
Bedeutung für ihre Legitimität. Lassen sich Mindeststandards
der Repräsentativität für Konvente formulieren?
Florian Oberhuber “Renegotiating Europe’s political
bond: an empirical account of the ‘Convention on the Future
of Europe”
Josef Melchior “Zur Legitimität und Leistungsfähigkeit
des EU-Konvents”
Caroline Wörgötter „Das Konventsmodell: Auflösung
des Zielkonfliktes zwischen demokratischer Legitimität und
Effizienz?”
Barbara Blümel/Klaus Poier „Österreichischer Verfassungskonvent”
12:45–14:15 Mittagspause
14:15–15:45 Panel 3: Die Rolle von Parlamenten
in der Mehrebenendemokratie
In den österreichischen und europäischen Verfassungskonventen
ging es auch um die Neubestimmung der Rolle von Parlamenten. Die
föderale Struktur des österreichischen Bundesstaats und
der Europäischen Union bedingt eine dreifache Repräsentation
der BürgerInnen in den legislativen Versammlungen der Länder,
des Staates und der Union. Welche Verschiebungen von Gewichten zwischen
den drei Ebenen demokratischer Repräsentation ergeben sich
aus den Verfassungsreformen? Welche Folgen haben diese? Welche Adaptionen
sind erforderlich?
Andreas Maurer „Europäischer Parlamentarismus nach dem
Verfassungsvertrag: zur zukünftigen Rolle des EP und der nationalen
Parlamente”
Helmut Gaisbauer „Die Gleichzeitigkeit des Unmöglichen:
Der Konvent aus der Sicht der Beitrittskandidaten”
Peter Bußjäger „Legislative Bundesstaatsreform?
Reformoptionen für die föderale Gewaltenteilung zwischen
Bundes- und Landesgesetzgebern”
15:45–16:00 Kaffeepause
16:00–18:00 Generalversammlung
18:30 Keynote lecture
Jane Mansbridge (Harvard, Kennedy School): “The Fallacy of
Tightening the Reigns”
Discussant: Rainer Bauböck
19:30–20:00 Diskussion
Zusammenfassung
(pdf)
Die Veranstaltung wurde gesponsert von:
und

Einzelne Konferenzbeiträge
wurden im Heft 3 / 2005 der Österreichischen
Zeitschrift für Politikwissenschaft (ÖZP) publiziert.

Graduiertenkonferenz:
Neue Impulse für die Politikwissenschaft in Österreich
Vom 13. - 15. Mai 2004 hat die erste politikwissenschaftliche
Graduiertenkonferenz Österreichs in Wien stattgefunden. Ziel
der Konferenz war es, eine Plattform für den wissenschaftlichen
Austausch und die Vernetzung von DiplomandInnen, DissertantInnen,
Post-Docs und innovativen WissenschafterInnen zu schaffen.
An der Konferenz nahmen an die 100 WissenschafterInnen teil und
50 Papers wurden präsentiert.

© OeGPW 2004
Das Feedback der TeilnehmerInnen war überwiegend positiv.
Besonders hervorgehoben wurden:
- die tolle Gesprächs- und Diskussionsatmosphäre;
- die thematischen Breite aller Arbeitsgruppen;
- die Möglichkeit zur persönlichen Konfrontation mit bisher
unbekannten Themen;
- der egalitäre Gesprächsrahmen.
Kritisiert wurde:
- die inexistente Präsenz von Mittelbau und Professoren;
- die klassische Themeneinteilung (in IB, politische Theorie etc.).
(Auszüge aus den Feadbackbögen)
Das Organisationskommittee der Konferenz hofft das "the spirit
of Powi04" weitergetragen und in eine "Powi05" oder
"Powi06" münden wird. Erste Schritte dafür wurden
schon getroffen!
Herzlichen Dank an alle die aktiv an der „POWI04“
teilgenommen haben!
Nähere Informationen finden sie auf der Konferenzwebpage www.ihs.ac.at/powi04
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