Veranstaltung

Politik der Vielfalt: 3-Länder-Tagung Politikwissenschaft in Innsbruck

Vom 19. bis 21. September 2013 fand in den Räumen der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten der Universität Innsbruck eine 3-Länder-Tagung des Fachbereichs Politikwissenschaft statt, einer gemeinsame Konferenz der deutschen, schweizerischen und österreichischen Fachgesellschaften. Organisiert vom Institut für Politikwissenschaft gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Politikwissenschaft.

23.09.2013

Wie reagieren demokratische Staaten und Institutionen auf die zunehmende kulturelle, ethnische Vielfalt und die gestiegene Mobilität der Bevölkerung? Welche neuen politischen Strukturen und Mechanismen werden entwickelt, um den erhöhten Koordinationsbedarf zwischen Politikfeldern und unterschiedlichen politischen Arenen zu bewältigen? Welche neuen Strategien werden erprobt, um die Vielfalt an Interessen und die gestiegene Abhängigkeit zwischen lokalen, nationalen und globalen Entwicklungen in den Griff zu bekommen? Auf diese Fragen suchte die gemeinsame Tagung der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Politikwissenschaft und der Schweizerischen Vereinigung für Politische Wissenschaft Antworten.

Unter dem Motto „Politik der Vielfalt“ waren 340 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Politikwissenschaft und angrenzender Wissenschaften aus dem deutschsprachigen Raum und darüber hinaus in Innsbruck. Themen wie Migrations- und Minderheitenforschung, Fragen zu Europa und der internationalen Politik, kritische Betrachtungen von Energie- und Klimafragen, bis hin zu methodologischen Forschungsansätzen wurden in 56 Panel-Sessions präsentiert und diskutiert.

Keynote-Speech: Europas Vielfalt und Politik als Kunst der Balance

Eine zentrale Fragestellung wurde in der Keynote-Speech von Professorin Sonja Puntscher Riekmann von der Universität Salzburg bei der Eröffnungsveranstaltung diskutiert: Europäische Union quo vadis? Das Krisenmanagement der Europäischen Union hat in den letzten Jahren starke Schwächen in Einigkeit, Struktur und politischer Verantwortlichkeiten gezeigt. Umso mehr forderte Sonja Puntscher Riekmann die Eröffnung eines neuen Konvents und einschneidende struktureller wie verfassungsmäßige Änderungen in den Europäischen Verträgen, um den zukünftigen Herausforderungen begegnen zu können. Europa ist an einem Scheideweg; wohin sich Europa entwickeln wird und ob es als „Einheit“ bestehen bleiben kann, wird jetzt entschieden! Und es wäre nicht das erste Mal, dass ein „Großeuropa“ wieder zerfällt…

Erster Science-Slam der Politikwissenschaft

Innovativ zeigte sich die Tagung für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, für die erstmals ein eigener „Nachwuchstag“ mit einem umfangreichen Rahmenprogramm geboten wurde. Neben Inputreferaten und Workshops zu den Themen „Writing a Proposal“ und „Writing a Paper for Journals“ wurde auch ein SCIENCE CAFE veranstaltet, bei dem der Austausch und das Netzwerken mit Verlagen, Wissenschaftlern und Studierenden im Vordergrund stand.

Generalprobe für die Graduiertenkonferenz 2014

Die 3-Länder-Tagung war die bisher größte am Institut für Politikwissenschaft veranstaltete Tagung. Die gesamte wissenschaftliche wie administrative Organisation war am Institut verankert und angebunden. Man kann die 3-Länder-Tagung als gelungene „Generalprobe“ für 2014 bezeichnen, werden vom 3.-5. Juli 2014 mehr als 500 PhD-Studierende aus ganz Europa zur ECPR (European Consortium of Political Science) Graduate Conference 2014 in Innsbruck erwartet.

Internationalität als strategisches Ziel der Fakultät

Die Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie hat sich seit 2012 ein strategisches Ziel gesetzt: die internationale Sichtbarkeit und Vernetzung zu stärken. Mit den 3-Länder-Tagungen der Soziologie 2011, der Politikwissenschaft 2013 sowie der Graduiertenkonferenz der ECPR 2014 hat sich die Fakultät hohe Ziele gesetzt, die schon auf halbem Weg tiefe, nachhaltige und sehr erfolgreiche Spuren gezeichnet hat!

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