|
About us
In den letzten Jahren lässt sich ein wachsender Trend hin
zu interpretative Ansätzen in der Politikfeldanalyse feststellen.
Dieser Trend ist dabei keineswegs homogen, sondern durch eine Vielzahl
unterschiedlicher Schwerpunkte gekennzeichnet. Das Ziel dieser Sektion
ist es, Raum für eine kritische Auseinandersetzung mit konzeptionellen,
methodischen und praktischen Dimensionen dieser verschiedenen Schwerpunkte
zu schaffen. Insbesondere innovativen und neueren Ansätze in
der Interpretativen Policy-Forschung (z.B. Diskurs, Frame, Narrative,
Governmentalität, etc.), auch im Unterschied zu eher traditionellen
Ansätzen (z.B. Rational Choice, Principal-Agent, Institutionalismus
etc.), und den daraus resultierenden Fragestellungen will die Sektion
im Rahmen vom Workshops, Vorträgen und Diskussionen nachgehen.
Folgende Fragestellungen sind zentral für die Sektionsarbeit:
(1) Wie entstehen Politikprobleme? Was ist Politikwandel, und wie
läuft er ab? Wie und warum kommen manche Probleme auf die politische
Agenda, während andere unartikuliert, unsichtbar, oder marginalisiert
bleiben?
(2) Wie werden Bedeutungen im Bereich von Policy „erzeugt“?
Wie kann Politikwandel aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven
erklärt werden, und welche theoretischen Konzepte aus der Policy-Forschung
uns als Analysehandwerkszeug zur Verfügung?
(3) Wird Politikwandel wahrscheinlicher, wenn ein Bedeutungssystem
nicht aufrechterhalten werden kann (z.B. durch neue wissenschaftliche
Erkenntnisse, die zu einer Neudefinition von „kausalen“
Zusammenhängen führen)?
(4) Wie kann Politikwandel erklärt werden, der scheinbar „unmotiviert“
erfolgt? Kann Politikwandel in Nichtentscheidungsfindungsprozessen
analysiert werden, und wenn ja, wie?
(5) Wie werden Akteure durch Diskurse positioniert und wie verändern
Diskurse die Positionierung dieser Akteure? Können interpretative
Ansätze die Veränderung von Einstellungen der Akteure
erklären?
Dazu wollen wir Fragen des Politikwandels in Entscheidungsfindungsprozessen
und deren Umsetzung in unterschiedlichen Policy Bereichen (z.B.
Umweltpolitik, Gesundheitspolitik, Technologiepolitik, Ernährungspolitik
etc.) analysieren und diskutieren. Es geht uns dabei darum diese
interpretativen Ansätze in der österreichischen Forschungslandschaft
zu festigen und durch die verstärkte Diskussion auch zu einer
Weiterentwicklung dieser neuen Ansätze beizutragen. Die neue
Sektion soll auch Doktoratsstudent/innen und jüngeren Kolleg/innen
die Möglichkeit geben, ihre Ergebnisse vorzustellen. |