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AGORA, Demokratieforschung

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AGORA wurde 1994 gegründet. Inspiriert vom britischen Forschungsprogramm "The Democratic Audit of the UK" entstand die Idee, eine Debatte innerhalb der österreichischen Politikwissenschaft anzuregen und auch die Qualität der österreichischen Demokratie auf den Prüfstand zu stellen.

Dies erfolgte zunächst in einer Reihe von Vorträgen österreichischer PolitikwissenschafterInnen (1994/95), die sich mit dem Thema "Demokratiequalität in Österreich" aus unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzten. Die Referate wurden 1996 im folgenden von der Sektion AGORA herausgegebenen Sammelband publiziert:

David F.J. Campbell/ Karin Liebhart/ Renate Martinsen/ Christian Schaller/ Andreas Schedler (Hrsg.) (1996). Die Qualität der österreichischen Demokratie. Versuche einer Annäherung. Wien: Manz-Verlag (ISBN 3-214-067071-6).

1996-1998 befasste sich AGORA in zwei Diskussionsreihen mit "Perspektiven der Demokratiereform in Österreich" und mit "Grenzen der Demokratie". Im Frühjahr 1998 wurde das Materialienpaket "Demokratie-Lernen in der Schule" der Abteilung für Politische Bildung des Bundesministeriums für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten begutachtet. 1997/98 wurden in einem internen Lesekreis moderne Demokratietheorien diskutiert.

1999/2000 konnte AGORA in Kooperation mit dem Kulturhof Amstetten sowie der Volkshochschule Amstetten im Rahmen der beiden Veranstaltungsreihen "Demokratie I" (in Österreich) und "Demokratie II" (in der Europäischen Union) auch eine breitere, nicht-wissenschaftliche Öffentlichkeit in der niederösterreichischen Bezirkshauptstadt ansprechen.

Bei Veranstaltungen kooperierte AGORA darüber hinaus bisher mit folgenden Institutionen:

ÖGPW-Sektion Europaforschung
ÖGPW-Sektion Politische Ökonomie
Abteilung Politische Bildung des (vormaligen) Bundesministeriums für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten
Institut für Höhere Studien/ Abteilung Politikwissenschaft, Wien
Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien
Institut für Staats- und Politikwissenschaft der Universität Wien
Julius-Raab-Stiftung
Dr. Karl-Renner-Institut
Liberales Bildungsforum
Österreichisches Ost- und Südosteuropa-Institut, Wien
Zentrum für Soziale Innovation, Wien
IFF, Abteilung Hochschulforschung, Universität Klagenfurt
Respect - Institut für Integrativen Tourismus und Entwicklung, Wien

Im Zeitraum September 2000 Februar 2002 konzentrierte sich die Arbeit von AGORA auf die Produktion des Buchmanuskripts "Demokratiequalität in Österreich. Zustand und Perspektiven", das im März 2002 publiziert wurde.

Neben den ständigen MitarbeiterInnen der AGORA steuerte auch Christine Neuhold (ÖGPW-Sektion Europaforschung) ein Buchkapitel bei:

David F.J. Campbell/ Christian Schaller (Hrsg.) (2002). Demokratiequalität in Österreich. Zustand und Entwicklungsperspektiven. Opladen: Leske + Budrich (ISBN 3-8100-3372-3).

Das Buch als pdf download (~5 MB)

Das Buch untersucht systematisch Zustand und Entwicklungsperspektiven der österreichischen Demokratiequalität in ausgewählten Politikbereichen. Es richtet sich über ein fachwissenschaftliches Publikum hinaus an eine größere, politisch interessierte Öffentlichkeit.

Im Folgenden ausgewählte Fotos von der Buchpräsentation:

Am Podium: Heinz Fischer, David Campbell, Christian Schaller, Sieglinde Rosenberger und Manfried Welan

  
NRPRäs. Dr. Heinz Fischer

 
Dr. Sieglinde Rosenberger

  
Dr. Manfried Welan

In den letzten Jahren sind Fragen zu Demokratie und Demokratiequalität in Österreich wesentliche Themen der innenpolitischen sowie politikwissenschaftlichen Diskussion geworden. Das Buch analysiert die Demokratiequalität folgender Bereiche: politischer Wechsel und Wettbewerb, Parlamentarismus, politische Partizipation, Auswirkungen des EU-Beitritts, Geschlechterdemokratie und politische Erwachsenenbildung.

Es werden jeweils folgende vier systematische Fragestellungen behandelt:

1. Wie werden Demokratie und die (theoretischen) Kriterien für Demokratiequalität definiert?

2. Wie sind Zustand und historische Entwicklung von Demokratie und Demokratiequalität beschaffen und wie sind sie gemäß den Kriterien für Demokratiequalität zu bewerten?

3. Welche aktuellen Reformen und/oder Veränderungstendenzen von Demokratie und Demokratiequalität zeichnen sich ab?

4. Was sind mögliche beziehungsweise wünschenswerte (längerfristige) Entwicklungsperspektiven von Demokratie und Demokratiequalität auch vor dem Hintergrund der Kriterien für Demokratiequalität?

Das Buch schließt mit einem "Do-it-yourself-Audit" von Demokratie und Demokratiequalität in Österreich sowie mit Reflexionen zur Diskussion über Demokratiequalität.
Am 16. Mai 2002 fand eine Buchpräsentation mit anschließender Diskussion statt. Das Demokratiezentrum Wien (http://www.demokratiezentrum.org) hat einen Hinweis auf das Buch sowie ein überarbeitetes Buchkapitel (Kurzfassung) auf seine Homepage gestellt.

Fragen der Demokratiequalität sowie Probleme der Demokratie in politischen Systemen West- und Mittelosteuropas bleiben weiterhin Arbeitsschwerpunkte von AGORA sowohl auf demokratietheoretischer als auch auf empirischer Ebene.

Am 26. Mai 2003 fand in Kooperation mit dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und SORA (Wien) das Diskussionsforum 'Bewertung von Demokratiequalität: theoretische und komparative Perspektiven' statt. Sieglinde Rosenberger (Institut für Politikwissenschaft) setzte sich mit dem Verhältnis von Demokratiequalität und Populismus auseinander; Christian Schaller stellte Überlegungen zu theoretischen Grundprinzipien und Indikatoren von Demokratiequalität sowie zur Bewertung von Populismus nach Prinzipien von Demokratiequalität zur Diskussion; Günther Ogris (SORA) beschäftigte sich mit einem Vergleich der Qualität von Demokratien sowie mit Möglichkeiten bzw. Problemen, die sich bei der Umsetzung theoretischer Grundprinzipien von Demokratiequalität in die empirische Forschungspraxis ergeben können. Die Referate gaben Anlass für eine engagierte Diskussion.

Die Kooperation mit dem Institut für Politikwissenschaft wurde im Jänner 2004 mit einer Veranstaltung über "Globale Demokratie - globalisierte Außenpolitik" (Vortrag und Diskussion mit Helmut Kramer) fortgesetzt. "Öffentlichen Kampagnen neuer sozialer Bewegungen - Gefangen im Spannungsfelld zwischen Moralisierung und Kommerzialisierung" war ein Diskussionsforum mit Peter Filzmaier und Lothar Lockl im März 2004 gewidmet.

Im Mai 2004 unterstützte AGORA einen vom Zentrum für Soziale Innovation in Zusammenarbeitmit dem Lebensministerium abgehaltenen Workshop "Lokale Agenda 21 - Partizipation zwischen Utopie und Anpassung". Mitglieder von AGORA präsentierten Reflexionen zu den Demokratie-Vorstellungen der Lokalen Agenda 21.

Im Herbst 2004 beschäftigte sich AGORA mit der Demokratiequalität von Arbeitsweise und Inhalten des Österreich-Konvents.

Am 10. November fand eine Diskussionsveranstaltung zur Einschätzung der Demokratiequalität der Arbeitsweise und Ergebnisse des Österreich-Konvents statt.

Im Jahr 2005 gab es eine Diskussionsveranstaltung mit Regina Jankowitsch "PolitikerInnen - eine attraktive Karriere? Laufbahnen, Gestaltungsmöglichkeiten und die Konsequenzen für die Qualität der Demokratie" (April 2005). In Kooperation mit Respect - Institut für Integrativen Tourismus und Entwicklung, Wien und IFF, Abteilung Hochschulforschung, Universität Klagenfurt fand im Juni 2005 ein Workshop zum Thema "Demokratie - aber wie? Vom Reisen in undemokratische Länder - eine etwas andere Auseinandersetzung mit Urlaubsdestinationen" statt.

Im März 2006 war AGORA mit zwei Veranstaltungen aktiv. Zunächst zogen Manfried Welan und Oliver Rathkolb eine kritische Bilanz zum Demokratie-Diskurs im Gedenkjahr 2005 (2. März), danach erörterten David Campbell und Hannes Wimmer unter dem Titel "Paradigmen für politikwissenschaftliche Theorienbildung" die "Entwicklung von Demokratieforschung im Kontext von Demokratien".

Ab Herbst 2005 konzentrierte sich die Arbeit von AGORA auf die Vorbereitung einer Konferenz über 'Demokratisierung und Entdemokratisierung in Europa?', die in Kooperation mit dem Renner-Institut am 8. und 9. Juni 2006 in Wien stattfand. Ein Konferenzbericht von Ulrike Kozeluh ist in Heft 3/2006 der ÖZP (Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft), S. 311 - 318 erschienen.

 

 

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